28.02.2017

Die richtige Ernährung für Ihre Zahngesundheit – mit diesen Maßnahmen minimieren Sie Ihr Kariesrisiko

Die richtige Ernährung für Ihre Zahngesundheit –  mit diesen Maßnahmen minimieren Sie Ihr Kariesrisiko

Unsere Ernährungsgewohnheiten und -vorlieben spielen sowohl bei der Entstehung als auch bei der Prophylaxe von Karies eine entscheidende Rolle. Nicht nur die Zusammensetzung der Lebensmittel, auch der Zeitpunkt und die Dauer ihres Verzehrs beeinflussen unmittelbar das Risiko, an Karies zu erkranken.

Kariogenität der Nahrung – die Rolle des Zuckers

Die Bakterien der Plaque (Zahnbelag) nutzen Zucker zur Energiegewinnung, und zwar nicht nur Haushaltszucker (Saccharose), sondern auch Traubenzucker (Glucose), Fruchtzucker (Fruktose) und Milchzucker (Laktose). Die Bakterien vergären den Zucker, wobei organische Säuren entstehen, die die Zähne schädigen.
Von den oben aufgeführten Zuckerarten wird dem Haushaltszucker die größte Bedeutung bei der Kariesentstehung zugeschrieben. Denn zum einen wird er am häufigsten und meisten verzehrt (zuckerhaltige Speisen und Getränke) und zum anderen mögen ihn die für die Karies verantwortlichen Bakterien der Gattung „Streptococcus mutans“ besonders gerne.
Haushaltszucker (Saccharose) besitzt also von allen Zuckern die höchste Kariogenität.

Folgende Ernährungsfaktoren beeinflussen die Entstehung von Karies:

  • die Häufigkeit der Mahlzeiten
    Ständige Zwischenmahlzeiten oder der Dauerkonsum von gesüßten Getränken lassen dem Mundraum keine Möglichkeit, sich von schädlichem Zahnbelag durch Speichelfluss zu befreien. Für diese „Selbstreinigung“ des Mundraumes, Clearance genannt, sind ausreichende Pausen zwischen den Mahlzeiten notwendig. Ist ein zeitlicher Abstand von mindestens 3 bis 4 Stunden zwischen den Mahlzeiten oder dem Konsum von zuckerhaltigen Getränken nicht einzuhalten, gilt es, nach jedem Verzehr die Zähne zu putzen.
  • der pH-Wert der Nahrungsmittel
    Wie sehr ein Lebensmittel den Zähnen schadet, hängt auch von seinem pH-Wert ab. Unter einem Wert von 5,5 setzt die Demineralisation von Zahnschmelz ein. Die Säure löst Kalzium und Phosphat aus dem Schmelz heraus und macht ihn damit poröser. Säuren sind in vielen Nahrungsmitteln und Getränken enthalten.
    Beispiele sind: Obst, Essig, Fruchtsäfte, Limonade, Wein, Sekt und alle Produkte mit Ascorbinsäure (Vitamin C).
  • Darbietungsform und damit verbundene Einwirkdauer
    Die Konsistenz der Nahrung beeinflusst die Verweildauer im Mundraum. Klebrige Lebensmittel und solche von zäher Konsistenz verbleiben lange im Mund. Sollte ein unmittelbares Zähneputzen nach dem Verzehr solcher Nahrungsmittel oder Getränke nicht möglich sein, sollten Sie deren Verzehr auf ein Minimum reduzieren bzw. sie komplett meiden.

 

Vorsicht vor verstecktem Zucker

Zahlreiche industriell verarbeitete Lebensmittel enthalten Zucker, meist in Form von Glucosesirup oder Invertzucker. Achten Sie beim Einkauf in Zukunft auf die Inhaltsstoffe: Sie werden erstaunt sein, welche Lebensmittel wie selbstverständlich Zucker beinhalten. Beispiele sind: Senf, Ketchup, Saucen, Müsliriegel, Gemüsekonserven.

Deklaration „ohne Zucker“ oftmals irreführend

Die Bezeichnung „ohne Zucker“ ist häufig irreführend. Denn diese Deklaration bezieht sich lediglich auf die Verwendung von Saccharose (Haushaltszucker). Substitute wie Malzzucker, Honig oder Glucosesirup können aber dennoch enthalten sein.
Auch „gesunde“ Lebensmittel wie Bananen, Trockenfrüchte oder Müsliriegel enthalten reichlich Fructose oder andere zuckerähnliche Bestandteile wie Honig oder Glucosesirup und fördern dadurch die Kariesentstehung. Die oftmals klebrige Konsistenz der Lebensmittel verlängert die Verweildauer im Mund und begünstigt damit zusätzlich die Entstehung von Plaque.

Empfehlungen für eine zahngesunde Ernährung:

  • Schränken Sie den Verzehr von Süßigkeiten und Zucker, auch bei Getränken, stark ein.
  • Stellen Sie bei Getränken auf Wasser und ungesüßte Tees um.
  • Verzehren Sie Süßigkeiten nach der Hauptmahlzeit und reinigen Sie anschließend Ihre Zähne.
  • Setzen Sie vermehrt Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit oder Süßstoffe wie Saccharin und Cyclamat ein (Achtung: Übermäßiger Verzehr kann abführend wirken!).
  • Bevorzugen Sie ballaststoffreiche Nahrungsmittel, da das vermehrte Kauen den Speichelfluss anregt und damit die Remineralisierung fördert.
  • Vermeiden Sie Zwischenmahlzeiten oder nehmen Sie diese bewusst nur bei Bedarf (Hunger, Unterzuckerung etc.) zu sich.

Bei der Mundhygiene gilt generell:

  • Reinigen Sie nach jeder Mahlzeit die Zähne oder verwenden Sie, wenn das Putzen nicht möglich ist, zumindest Zahnpflegekaugummi oder Mundwasser.
  • Putzen Sie nicht unmittelbar nach dem Verzehr von säurehaltigen Lebensmitteln die Zähne. Gönnen Sie dem Zahnschmelz eine kleine Pause von ca. 30 Minuten, damit die Zahnpasta und die Putzbewegungen den ohnehin etwas angegriffenen Zahnschmelz nicht schädigen können.
  • Verwenden Sie regelmäßig (1 x täglich) Zahnseide oder Interdentalbürstchen, um die Zahnzwischenräume von Essensresten und Belägen zu befreien.
  • Verwenden Sie schonende Zahnpasta ohne hohen Abriebfaktor für den Dauereinsatz (achten Sie auf der Zahncremetube auf einen RDA-Wert zwischen 30 und 40; weitere Infos zur Wahl der richtigen Zahncreme finden Sie hier: https://www.dr‐alius.com/news‐zahnbehandlung‐implantate‐feste‐zaehne/wissenswertes‐ueber‐zahnpasta.html).
  • Besuchen Sie mindestens zweimal im Jahr Ihren Zahnarzt und lassen Sie eine professionelle Zahnreinigung durchführen.
  • Die gründliche Zahnreinigung nach dem Aufstehen und vor dem Zubettgehen versteht sich von selbst.

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