27.07.2016

Invisalign und ich - ein Erfahrungsbericht unserer Praxismanagerin

Invisalign und ich - ein Erfahrungsbericht unserer Praxismanagerin

Invisalign® und ich

Liebe Patientinnen und Patienten,
gerne teile ich mit Ihnen meine persönlichen Erfahrungen mit dem Invisalign®-System, einem nahezu unsichtbaren Verfahren zur Zahnbegradigung.
Diese Art der kieferorthopädischen Behandlung bei Erwachsenen setzen wir in unserer Praxis sehr häufig und mit großem Erfolg ein, zum Beispiel als Behandlungsabschnitt im Rahmen einer ästhetischen Gesamtüberarbeitung der Zähne, zur Begradigung einzelner Zähne oder um erweiterte Zahnzwischenräume zu schließen.

 

Warum ich mich für eine Behandlung mit Invisalign® entschieden habe

Ich entschied mich für das kieferorthopädische System im Oberkiefer, weil sich mein linker Schneidezahn im Laufe der Jahre nach vorne hin ausdrehte. Für einen Dritten kaum sichtbar, aber für mich. Zudem konnte ich die Zahnfehlstellung mit der Oberlippe und der Zunge spüren. Im Unterkiefer haben meine Zähne wenig Raum und stehen daher im Frontbereich leicht gegeneinander eingedreht. Der enge Zahnstand erschwert die Zahnzwischenraumpflege sehr, und bei einer Draufsicht auf die Zähne sieht man die Schiefstellungen ganz deutlich. Jetzt kann man natürlich fragen: Wann schaut mal jemand von oben auf die Zähne? Jeder sieht mich von vorn auf Augenhöhe. Aber hier bin ich mir selbst am nächsten – es geht um mein ästhetisches Wohlbefinden. Zudem arbeite ich beim Zahnarzt – ein Stück weit also auch Berufseitelkeit, würde ich sagen. Und außerdem führt es dazu, dass ich Patienten aus eigenen Erfahrungen beraten und über die Behandlung informieren kann. Nach der Behandlung verlief der Abgleich meines ästhetischen Ziels mit den Möglichkeiten, die das System bietet, bis ins letzte Detail positiv. Bei konsequenter Anwendung kann also alles nach meinen Wünschen kieferorthopädisch korrigiert werden.

Der Behandlungsablauf

Vorbereitende Maßnahmen

Nach Einwilligung zum Kostenvoranschlag dieser privatzahnärztlichen Behandlung sowie Besprechung der Behandlungsdauer1 und Durchführung einer professionellen Zahnreinigung können die Abdrücke für die Erstellung der Zahnschienen sowie die Fotodokumentation angefertigt werden. Die Zahnreinigung im Vorfeld ist zu empfehlen, damit die Zähne von Zahnstein und Verunreinigungen befreit abgedrückt werden können. So ist sichergestellt, dass das Maximum aus der Behandlung herausgeholt werden kann. Beim Abdrucknehmen ist etwas Geduld angesagt, denn je Kiefer muss die Masse fünf Minuten im Mund abhärten. Für die Fotodokumentation werden Gesamtaufnahmen sowie Detailfotos des Zahnstatus gemacht. Neben einem detaillierten Bericht des Zahnarztes über die gewünschte ästhetische Korrektur werden die Bilder digital auf das Expertenportal hochgeladen und die Abdrücke per Kurier an das herstellende Labor versendet.

ClinCheck

Jetzt wird es spannend – zusammen mit dem behandelnden Arzt kann ich anhand einer 3D-Animation sehen, wie sich meine Zähne Woche für Woche durch das Tragen der Schienen verändern werden. Der Zahnarzt erhält Informationen darüber, wann welche Maßnahmen bei einem Schienenwechsel erforderlich werden und wann sich durch das Tragen der Schienen welcher Zahn verändern wird. Am Ende der geplanten Behandlungsdauer werde ich einen wunderschönen geraden Zahnbogen haben – ich freue mich sehr und bin schon etwas aufgeregt! Sollte der Arzt Änderungswünsche zum Behandlungsvorschlag der Invisalign®-Techniker haben, z. B. weil Zähne beeinflusst werden, die Träger von Brückengliedern oder gar ein Implantat sind (diese dürfen nicht verschoben werden!), dann kann der Arzt dies anmerken und eine Änderung der Behandlung in Auftrag geben. Nach Freigabe des ClinChecks durch den Zahnarzt werden die Schienen hergestellt und an die behandelnde Praxis versendet.

Die erste Schiene

Der Termin für die erste Schiene fällt in der Regel relativ kurz aus. Die Schiene wird eingesetzt und der Biss sowie der Sitz kontrolliert. Im Anschluss erhält man Pflegehinweise und nochmals die freundliche Aufforderung, die Schienen wirklich konsequent 22 Stunden am Tag zu tragen, um das gewünschte Ergebnis in der angestrebten Zeit zu erreichen. Die Schiene aus transparentem Kunststoff ist sehr dünn, sodass sie eingesetzt wirklich kaum auffällt. Sie schmiegt sich gut in den Mund, man hat also selbst beim Sprechen nicht das Gefühl, einen Fremdkörper im Mund zu haben. Sie bedeckt nur die Zähne, Zahnfleisch und Gaumen bleiben frei. Das unterstützt zum einen die natürliche Optik, zum anderen trägt sich die Schiene dadurch deutlich angenehmer als zum Beispiel herausnehmbare Spangen, die man noch aus Teenagertagen kennt und die den ganzen Gaumen überspannen.

Wann müssen die Schienen rausgenommen werden?

Sobald etwas anderes als zimmerwarmes oder kaltes Wasser getrunken wird, auch wenn es warmer, ungesüßter Tee ist, muss man die Schiene rausnehmen, denn durch die Wärme kann sie sich verformen und durch die Farbstoffe verfärben. Für mich als Kaffeetrinkerin eine kleine Umstellung, aber man weiß ja, wofür man es macht ... Gleiches gilt natürlich auch beim Essen. Die Schienen werden in der mitgelieferten Box aufbewahrt und, nachdem die Zähne geputzt wurden, wieder eingesetzt. Es ist wichtig, dass man auf die anschließende Mundhygiene nicht verzichtet. Hat man nur etwas getrunken und ist unterwegs, tut es auch mal ein Zahnpflegekaugummi oder das gründliche Durchspülen mit Mundspülung. Ansonsten ist ein Zahnbürsten-Reiseetui nun immer Begleiter in meiner Handtasche.

Wie geht es nach Schiene eins weiter?

Je nach Behandlungsplan ist einer der anfänglichen Termine ein längerer Termin. Bei mir war es zum Beispiel gleich der zweite. Dabei wurden sogenannte Attachments auf ausgewählte Zähne geklebt, um eine Art Hebelwirkung auf den Zahn auszuüben. Man kann sie sich wie kleine, zahnfarbene Höcker vorstellen. Die Attachments bleiben nur vorübergehend für die Dauer der Behandlung auf den Zähnen. Sie fallen kaum auf und sind nur am Anfang etwas störend – man gewöhnt sich sehr schnell an die Erhöhungen. Anders als bei anderen Therapiekonzepten, die keine Attachments vorsehen, liegt der Vorteil von Invisalign ganz klar darin, dass der Zahn weiter in die gewünschte Position gedreht werden kann als ohne. Das Kleben der Attachments ist nicht schmerzhaft und auch nicht schädlich für die darunterliegende Zahnsubstanz. Um meinen Zähnen im Unterkiefer etwas Raum für die Begradigung zu geben, wurde an zwei Zähnen minimal etwas Substanz weggenommen. Wir reden hier von Mikrometern: 0,2 µm. Das ist zu keiner Zeit schmerzhaft, nur die Geräusche sind etwas unangenehm. Aber das geht zügig vorbei und die nächste Schiene kann eingesetzt werden.

Konsequenz ist wichtig

Man sieht seinen Zahnarzt während der Dauer der Behandlung sehr regelmäßig, denn alle zwei Wochen wird die Schiene gewechselt und der Fortschritt kontrolliert. Jede neue Schiene bedeutet, dass die Zähne wieder ein Stück weiter in die gewünschte Position gebracht werden. Wenn man die vorherige Schiene konsequent getragen hat, ist der Schienenwechsel zwar spürbar, aber nicht schmerzhaft. Das System ist auf eine schonende Zahnkorrektur ausgelegt, sodass die Teilschritte je Schiene sehr gut verdaulich sind. Für mich bedeuteten Schienenwechsel in den ersten zwei, drei Tagen immer ein leicht erhöhtes Druckgefühl auf den Zähnen, das sich aber legt, wenn sich die Zähne an die neuen Positionen gewöhnt haben.

Zahnpflege

Da die Zähne unter der Schiene nicht dem vollen Speichelfluss ausgesetzt sind, ist es wichtig, sie in der Behandlungszeit mit Invisalign® durch eine extrem konsequente Zahnpflege zu unterstützen. Es gilt die Regel: Bei allen Getränken außer Wasser wird die Schiene rausgenommen und vor dem Einsetzen der Schiene werden die Zähne mindestens mit Zahnpflegekaugummi oder Mundspülung, besser aber durch Zähneputzen oder die Verwendung von Interdentalbürstchen gereinigt. Nach dem Essen ist Zähneputzen Pflicht. Mindestens einmal täglich ist die Verwendung von Zahnseide und/oder Interdentalbürstchen empfohlen, um die Zwischenräume sauber zu halten. Einmal in der Woche kann Chlorhexamed Gel oder Elmex Gelee verwendet werden. Es kann in die Schienen gebürstet und mit eingesetzt werden. So kann das Gel gut einwirken und die Zähne erhalten regelmäßigen Schutz.

Reinigung der Schiene

Die Schienen müssen nicht speziell gereinigt werden. Es reicht aus, wenn man sie mit etwas Zahnpasta und einer Zahnbürste sanft ausbürstet und abspült. Unterwegs kann man sie vor dem Wiedereinsetzen kurz mit klarem Wasser ausspülen.

Urlaub und Invisalign®

Bei mir stand während der Behandlung ein dreiwöchiger Urlaub an. In Abstimmung mit dem Zahnarzt habe ich die nächste Schiene also mit in den Urlaub genommen und selbstständig gewechselt. Da ich meine Schiene im Urlaub allerdings etwas unregelmäßiger getragen hatte und auch mal längere Pausen von mehreren Stunden gemacht habe, habe ich die Tragedauer der „Urlaubsschiene“ um drei Tage verlängert und erst danach die nächste Schiene eingesetzt. Das verlief ohne Probleme und nun sind wir wieder im regulären Zwei-Wochen-Tragerhythmus.

1 Hier unterscheidet Invisalign® zwischen Full, Lite, i7. Die Benennung der Abstufungen richtet sich nach der Anzahl der benötigten Schienen daraus resultiert die Behandlungszeit.

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Sprechzeiten:

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